Hefezopf wie vom Bäcker: Mit diesem Geheimnis wird er dreimal so fluffig

Hefezopf wie vom Bäcker: Mit diesem Geheimnis wird er dreimal so fluffig

Der Hefezopf gehört zu den beliebtesten Gebäckstücken in deutschen Bäckereien. Doch wie gelingt es, zu Hause einen Hefezopf zu backen, der genauso fluffig und luftig wird wie beim Profi? Die Antwort liegt in einem einfachen, aber wirkungsvollen Geheimnis: der richtigen Teigführung und einer speziellen Zutat, die den Teig dreimal so locker macht. In dieser ausführlichen Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie auch Anfänger einen perfekten Hefezopf zaubern können, der auf der Zunge zergeht und alle begeistert.

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mittel

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1.

Die milch in einem kleinen topf leicht erwärmen, bis sie handwarm ist. Handwarm bedeutet etwa 37 grad celsius, also körpertemperatur. Die temperatur ist entscheidend, denn zu heiße milch würde die hefe abtöten, zu kalte milch verhindert die aktivierung. Die frische hefe in die warme milch bröckeln und mit einem teelöffel zucker verrühren. Etwa fünf minuten stehen lassen, bis die mischung zu schäumen beginnt.

2.

In einer großen schüssel das mehl sieben. Sieben bedeutet, das mehl durch ein feines sieb zu geben, um klumpen zu entfernen und luft einzuarbeiten. In die mitte eine mulde drücken und die hefemilch hineingießen. Etwas mehl vom rand darüber streuen und zehn minuten ruhen lassen. Dieser schritt heißt vorteig und aktiviert die hefe optimal.

3.

Die butter in einem topf schmelzen und wieder auf handwarm abkühlen lassen. Zu dem vorteig nun die geschmolzene butter, den restlichen zucker, vanillezucker, salz, die beiden eier, die zitronenschale und das geheimnis hinzufügen: den quark. Der quark macht den teig besonders saftig und locker, weil er feuchtigkeit spendet und die krumenstruktur verbessert.

4.

Alle zutaten mit den knethaken der küchenmaschine oder von hand etwa zehn minuten lang kräftig kneten. Der teig sollte sich vom schüsselrand lösen und geschmeidig, aber nicht klebrig sein. Falls der teig zu klebrig ist, esslöffelweise etwas mehl hinzufügen. Falls er zu trocken wirkt, einen esslöffel milch unterkneten. Ein gut gekneteter teig ist glatt und elastisch.

5.

Den teig zu einer kugel formen und in eine leicht geölte schüssel legen. Mit einem sauberen küchentuch abdecken und an einem warmen ort etwa 60 minuten gehen lassen, bis sich das volumen verdoppelt hat. Gehen lassen bedeutet, dass die hefe arbeitet und kohlendioxid produziert, wodurch der teig aufgeht. Ein warmer ort ist zum beispiel neben der heizung oder im leicht vorgewärmten backofen bei 30 grad.

6.

Nach der gehzeit den teig auf eine leicht bemehlte arbeitsfläche geben und kurz durchkneten, um die luft herauszudrücken. Den teig in drei gleich große stücke teilen. Dafür am besten eine küchenwaage verwenden, damit alle stränge gleich dick werden. Jedes stück zu einem etwa 40 zentimeter langen strang rollen. Die stränge sollten in der mitte dicker sein als an den enden.

7.

Die drei stränge nebeneinander auf die arbeitsfläche legen und an einem ende zusammendrücken. Nun beginnt das flechten: den rechten strang über den mittleren legen, dann den linken strang über den neuen mittleren. Diesen vorgang wiederholen, bis der zopf fertig ist. Die enden fest zusammendrücken und unter den zopf schieben. Das flechten sorgt für die typische optik und eine gleichmäßige struktur.

8.

Den geflochtenen hefezopf vorsichtig auf ein mit backpapier ausgelegtes backblech legen. Wieder mit einem tuch abdecken und weitere 30 minuten gehen lassen. In dieser zeit geht der zopf nochmals auf und wird noch luftiger. Der backofen wird währenddessen auf 180 grad ober- und unterhitze vorgeheizt.

9.

Das eigelb mit einem esslöffel milch verquirlen und den hefezopf damit gleichmäßig bestreichen. Bestreichen bedeutet, mit einem pinsel die flüssigkeit aufzutragen. Die eigelbmischung sorgt für eine schöne goldbraune, glänzende oberfläche. Anschließend den hagelzucker über den zopf streuen, der beim backen eine knusprige, süße kruste bildet.

10.

Den hefezopf auf der mittleren schiene im vorgeheizten backofen etwa 30 bis 35 minuten backen. Nach etwa 20 minuten sollte man die oberfläche kontrollieren. Falls der zopf zu dunkel wird, mit alufolie abdecken. Der zopf ist fertig, wenn er goldbraun ist und beim klopfen auf die unterseite hohl klingt. Auf einem kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Amalia

Tipp vom Chefkoch

Das geheimnis für einen dreimal so fluffigen hefezopf liegt im quark. dieser macht den teig nicht nur saftiger, sondern auch lockerer, weil er zusätzliche feuchtigkeit und milchsäure einbringt. die milchsäure stärkt das glutengerüst und sorgt für eine feinere krume. außerdem sollte man den teig niemals zu kurz gehen lassen: mindestens 60 minuten für die erste gehzeit und 30 minuten für die zweite sind pflicht. wer zeit hat, kann den teig auch über nacht im kühlschrank gehen lassen, das intensiviert den geschmack. ein weiterer profi-tipp: immer mit frischer hefe arbeiten, denn sie ist aktiver als trockenhefe und liefert bessere ergebnisse. die temperatur der milch mit einem thermometer prüfen, um sicherzugehen, dass die hefe optimal aktiviert wird.

Passende getränke zum hefezopf

Zum sonntagsfrühstück passt ein frisch gebrühter kaffee oder cappuccino perfekt zum hefezopf. die leichte süße des gebäcks harmoniert wunderbar mit der bitteren note des kaffees. auch ein glas frisch gepresster orangensaft oder ein milder schwarztee mit einem spritzer zitrone sind ausgezeichnete begleiter. für kinder eignet sich warme kakao oder ein glas milch. wer den hefezopf nachmittags zum kaffee serviert, kann auch einen earl grey tee oder einen vanille-rooibos-tee reichen.

Zusätzliche Info

Der hefezopf hat eine lange tradition in der deutschen backkultur und wird besonders gerne zu ostern und an feiertagen gebacken. die geflochtene form symbolisiert in vielen kulturen verbundenheit und glück. ursprünglich stammt die tradition des geflochtenen brotes aus dem jüdischen raum, wo der challah zu sabbat und feiertagen serviert wird. in süddeutschland und österreich ist der hefezopf fester bestandteil des sonntagsfrühstücks. die zugabe von quark ist ein relativ moderner trick, der von profibäckern entwickelt wurde, um industrielle hefezöpfe saftiger zu machen. mittlerweile hat sich diese methode auch in privaten küchen durchgesetzt, weil das ergebnis einfach überzeugt.

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